Beim Treffen der AG Schulkonzept standen 2 Schwerpunktthemen zur Diskussion. Zum einen war dies der geplante
Grundschulneubau in Lünen-Süd und zum anderen das Sportkonzept der Verwaltung.
Aus den Zeitungen hat man erfahren, dass sich die Politik auf das von der Verwaltung vorgeschlagene Alternativkonzept II einigen möchte. Dies sieht den Bau
einer 3-zügigen Schule ohne Ogata vor, welche sich weiterhin im Altgebäude der Overbergschule befinden soll. Die anwesenden Mitglieder
der AG waren enttäuscht, dass das Konzept der SSPL keine Berücksichtigung in den Berechnungen der ZGL gefunden hat. Bei genauerer
Betrachtung der von ZGL vorgelegten Zahlen ist aufgefallen, dass wieder nur nach Standards gebaut werden soll, die mehr als 30 Jahre
alt sind. Die AG der SSPL plädiert dabei an die verantwortlichen Parteien, dies zu überdenken und die einmalige Chance für eine
Zukunftsschule in Lünen-Süd nicht aus den Augen zu verlieren. Letztlich werden in den nächsten Wochen wieder intensive Gespräche
geführt werden müssen, um den Forderungen der SSPL sowie den Wünschen beider Schulen (Overberg und Paul-Gerhardt) gerecht zu werden.
Zu Beginn des Jahres haben Walter Jaworek und Michael Folchmann ein Gespräch mit der Schulverwaltung gehabt und darauf hingewiesen, dass
die Stadtschulpflegschaft am Entscheidungsprozess um das Sportkonzept beteiligt werden möchte. Nach kurzer Diskussion hat die Verwaltung den
SSPL-Vertretern die Aushändigung des neuen Entwurfes zum Sportkonzept der Stadt zugesichert. Seit dem 24.Januar ist dieser nun "auf dem Markt". Die
SSPL hat allerdings keine Ausarbeitung erhalten. Die Nichtberücksichtigung soll zwar nicht überbewertet, aber auch nicht unter den Tisch gekehrt werden. Aus
diesem Grunde wird noch einmal auf die Aushändigung des Entwurfes hingewiesen. Hintergrund ist u.a. auch eine gewisse Vorbereitung auf die in diesem Jahr bevorstehenden
Entscheidungen.
Die AG bemängelt die weiterhin bestehende Berechnung der Halleneinheiten, obwohl man seitens der Verwaltung festgestellt hat, dass für eine vernünftige
Berechnung die Stunden für den Außensport nicht mit einem 10%-igen Abzug bewertet werden dürfen. Weiter wird die Einteilung in Bezirke bemängelt, welche die
unterschiedlichen Bedürfnisse von Grund- und weiterführenden Schulen in einen Topf wirft.
Die Stadtschulpflegschaft hat die Vorschläge der beiden großen Parteien (SPD und CDU) aufgegriffen
und sich eigene Gedanken zur kommenden Grundschulsituation in Lünen-Süd gemacht. Angelehnt
an das im Dezember 2006 veröffentlichte Konzept verfolgt die SSPL eine klare Linie und
fordert einen Neubau mit OGATA-Räumen. Ein 4 Phasen-Modell wird dabei favorisiert.
1. Planungs- und Bauphase (2008 - Mitte 2011):
Die Paul-Gerhardt-Schule wird, trotz Ratsbeschluss, nicht im Jahre 2009 aufgegeben werden
können. Ein Neubau einer Schule, der noch nicht einmal beschlossen ist - geschweige denn in
Auftrag gegeben wurde - dauert mindestens 3-4 Jahre. Realistischer Zeitpunkt für die
Übergabe einer neuen Grundschule in Lünen-Süd wäre somit das Schuljahr 2011/2012. Wichtig
ist, dass die Kinder der PGS bis zur Umsetzung des Umzugs in die neue Schule weiterhin an
der PGS beschult werden müssen. Dies sollte vom Rat der Stadt in einer Entscheidung münden,
auch wenn die Zusammenlegung beider Schulen für das Jahr 2009/2010 nicht eingehalten werden
kann.
Wenn jetzt kein Geld da ist, dann muss das Vorhaben eines Neubaus solange warten, bis wieder
Geld in der Kasse ist bzw. der Haushalt es verkraftet. Denn ein Neubau würde den Haushalt
bestimmt um einiges mehr belasten. Die Planungsphase für einen Neubau darf unserer Meinung
nach nicht durch die ZGL erfolgen. Wir möchten in Lünen-Süd eine Schule entstehen lassen,
die nicht an den Schulraumplänen NRW aus den 70er Jahren angelehnt ist, sondern die nach
neuesten pädagogischen Gesichtspunkten geplant und anschließend gebaut wird. Es müssen
frühzeitig Architekten ins Boot geholt werden, die innovativ handeln und mit viel
Kreativität an die Verwirklichung dieses Projektes gehen. ZGL würde nur nach Standards
bauen, die wir nicht wollen. Zu den 12 Klassenräumen einer neuen Schule müssen zusätzliche
Räumlichkeiten für Elternarbeit und z.B. Förderunterricht integriert werden. Die OGATA
besteht aus mindestens 3 Gruppen, die einen direkten Zugang zur Grundschule haben muss und
eine Mensa beinhaltet. Diese Mensa kann oder sollte dann z.B. auch für (Eltern-)Versammlungen
genutzt werden können. Das Altgebäude der Overbergschule wird ab Mitte 2011 für die Erprobung
eines Sozialzentrums eingerichtet. Zusätzlich werden die Freiräume auch anderen Institutionen
wie Musikschule, VHS usw. zur Verfügung gestellt. Die Erprobungsphase wird auf insgesamt 2 Jahre
festgelegt. Dann kann über eine ständige Einrichtung in einem Neubau diskutiert werden. Die
vorhandene Toilettenanlage wird durch einen abgeschlossenen provisorischen Gang in die
Overbergschule integriert, sodass dort keine Fremdnutzer auftreten können.
2. Übergangsphase 1 (Mitte 2011 - Mitte 2012):
In der ersten Übergangsphase besteht die PGS nicht mehr. Die Jahrgangsstufe 4 (aus beiden
Schulen gebildet) besteht laut Schulentwicklungsplan jeweils nur aus einer Klasse mit 28
bzw. 24 Kindern. Wichtig ist dabei, dass die wechselnde PGS-Klasse im kompletten
Klassenverbund wechselt, d.h. mit dem entsprechenden Lehrpersonal. Gerade in dieser
Entwicklungsstufe, die den späteren Werdegang jedes einzelnen Kindes prägen soll, darf es
keine Mischung geben. Erfahrungen haben gezeigt, dass neue Klassenverbünde sich erst nach
ca. 3 Monaten finden. Das kann für das eine oder andere Kind zu lang sein, um den Anschluss
zu finden oder zu halten und würde sich somit negativ auswirken. Die JS 2-3 würden aus
beiden Schulen neu gestaltet und zu jeweils 3 Klassen nach pädagogischen Gesichtspunkten
zusammengeführt. Die JS 1 ist davon nicht betroffen, da sie die erste gemeinsame
Jahrgangsstufe der neuen Schule sein wird.
Das Sozialzentrum (SOZE) im Altgebäude der Overbergschule besteht inzwischen auch ein Jahr.
Es werden erste Gespräche geführt, die Sinn und Zweck der Einrichtung beleuchten. Änderungen
werden eingebaut, um den Nutzen weiter zu erhöhen.
3. Übergangsphase 2 (Mitte 2012 - Mitte 2013):
Die neue Overbergschule ist nun in allen Jahrgangsstufen 3-zügig. Die alte Overbergschule
geht in ihr letztes Jahr. Anfang 2013 werden endgültige Gespräche über Sinn und Zweck eines
Sozialzentrums und weitere Nutzung durch VHS, Musikschule etc. geführt. Die Ergebnisse sind
ausschlaggebend für den Bau eines Sozialzentrums in unmittelbarer Nähe der Schule (z.B.
jetziges Grundstück des ehemaligen Kindergartens). Der Neubau sollte dann aber keine
direkte Verbindung zur Grundschule erhalten.
4. Endphase (Mitte 2013 - Mitte 2014):
Die alte Overbergschule wird nach 110 Jahren Schuldienst dem Erdboden gleich gemacht. Das
Grundstück wird verpachtet oder verkauft. Hat sich das Sozialzentrum bewährt, wird eine
Pavillion mit insgesamt 5 Räumen errichtet, der z.B. Platz auf dem Gelände des ehemaligen
Kindergartens finden könnte. Sollte das Projekt Sozialzentrum nicht eingeschlagen haben,
wird von der Errichtung eines Pavillions abgesehen.
» Konzept als PDF
Am 30.10.2007 besuchte der Leiter der PPP-Task Force beim Finanzministerium auf Einladung
die UWG. Neben der Verwaltung und Vertretern der verschiedenen Parteien war auch der 1.Vorsitzende
der SSPL, Michael Folchmann, eingeladen. Im Laufe des Nachmittags entwickelte sich ein sehr
fruchtbares Gespräch, in dessen Verlauf Herr Dr. Littwin zu verstehen gab, dass PPP gerade im Bereich
Schulen sehr viel bringen kann. Voraussetzung ist allerdings eine kompetente Verwaltung, die den
eingeschlagenen Weg begleiten muss. Ob diese in Lünen vorhanden ist, muss man kommentarlos so stehen lassen.
Herr Dr.Littwin betonte, dass viele Fehler im Bereich Methodik gemacht werden und dadurch eine
falsche Wirtschaftlichkeitsberechnung das Ergebnis ist. Die Verträge müssen vernünftig ausgehandelt
und ausgearbeitet werden, damit ein sinnvoller Kontrakt entstehen kann. Geeignete Investitionsvolumen
liegen bei ca. 10-15 Millionen Euro. Im Bereich Schulen laufen die bereits abgeschlossenen Projekte
sehr erfolgreich. Der Leiter der ZGL, Herr Dieter Kasprowiak, unterstrich, dass er weder für noch gegen
PPP-Modelle sei. Er betonte allerdings, dass bei einer wirtschaftlichen Abwägung das PPP-Modell immer
gewinnen wird. Auf die Frage, ob man nicht in Lünen-Süd nach diesen Richtlinien eine Schule auf den
Weg bringen könnte, nickte Herr Dr. Littwin und gab zu verstehen, dass weiter Projekte einbezogen werden
sollten, um auf ein geeignetes Investitionsvolumen zu kommen.
Wie sieht die Prioritätenlist aus und wie sollen unsere Forderungen umgesetzt werden? Diese und andere Fragen
beschäftigte die AG Schulkonzept, die jetzt am Montag, 15.10., getagt hat. Aus aktuellem Anlass wurde natürlich auch der Vorschlag
der CDU-Fraktion zum Neubau einer Grundschule in Lünen-Süd ausgiebig diskutiert. Das Ergebnis soll dann zeitnah
mit den betroffenen Schulpflegschaftsvorsitzenden und dem Vorstand der SSPL abgesprochen werden.
Die derzeitige Situation im Bereich der GS Horstmar-Niederaden ist weiterhin diskussionswürdig. Als Elternvertreter ist
es uns sehr wichtig, dass die restlichen Klassen inklusive Klassenlehrer der Hellwegschule im kommenden Jahr vernünftig
in die GS Horstmar-Niederaden integriert werden können. Voraussetzung ist natürlich, dass a) der Anbau rechtzeitig fertig wird und
b) man das Schulamt des Kreises Unna von einer übernahme der Klassenleitung in die neue Schule überzeugen kann. Weiterhin
muss zudem die Schulfahrtsituation für die Kinder aus Beckinghausen noch einmal aufgegriffen werden. Hier gilt, dass
möglichst kein Kind Probleme bei der Anfahrt zur Schule haben darf.
Die Nikolaus-Groß Schule darf nicht zurückgebaut werden! Wichtige zusätzliche Räumlichkeiten für individuellen Unterricht
würden verloren gehen. Dies ist u.a. ein Argument, warum wir uns gegen den Rückbau entscheiden. Ein
weiterer Grund ist die Tatsache, dass die RAG großes Interesse am "Geist"-Viertel bekundet hat und dieses wieder attraktiv für
Familien mit Kindern machen will. Unabhängig davon verfolgen wir weiterhin die Forderung nach einem Schulneubau im Bereich
Lünen-Mitte - egal ob jetzt mit oder ohne Kinder aus der Geist!
Ein bis dato längerfristig Ziel wird die Forderung nach einer zentralen Hauptschule bleiben, die wir uns im Umfeld der
jetzigen Heinrich-Bußmann-Schule vorstellen können. Da sowohl die Hauptschule Achenbach als auch die GHS Wethmar eine
gewisse "Bestandsgarantie" erhalten haben, sind hier Aktivitäten zwar noch nicht nötig, sollten aber im Hinterkopf behalten
werden.
Ein ganz wichtiges Thema ist auch weiterhin die Raumpflege unserer Schulen. Seitens der Stadt wurde hier in den letzten
Jahren immer mehr gespart. Auch wenn die Verwaltung dies aus Kostengründen anders sieht - wir werden für unsere Schulen
weiterhin vernünftige und akzeptable Reinigungsintervalle fordern.
In den vergangen Tagen beherrschte nur ein Thema die Tagespresse - die geplanten Veränderungen im Bereich der
Schullandschaft. Wir wären keine Stadtschulpflegschaft, wenn wir uns nicht auch an dieser Diskussion beteiligen würden.
An allen 4 Infoveranstaltungen der Stadt waren wir vertreten und haben dem Bürgermeister kritische Fragen gestellt. Der
Eindruck entstand, dass die Verwaltung auf Kosten unserer Kinder sparen will. Dieser Flyer
dient dazu, Ihnen einen Überblick über unsere Vorstellungen zu geben und diese zu verinnerlichen.
Unser Konzept ist radikal. Wir können und wollen vor der demografischen Entwicklung nicht die Augen verschließen. Da sind
wir einer Meinung mit der Stadt. Leider zielt die Argumentation der Stadt lediglich in die Richtung "Flickschusterei". Hier
ein bisschen anbauen und da ein wenig komprimieren und schon ist sie fertig - die neue Schullandschaft. Nicht mit uns. Unser
Bürgermeister hat uns vorgeworfen, wir hätten keine Lösungen genannt. Die INFO-Veranstaltungen waren so konzipiert, dass nur
Sachfragen zum vorgelegten Fachkonzept zugelassen waren. Die Darstellung von Alternativ-Konzepten war nicht erwünscht. Aus
diesem Grunde haben wir uns dazu entschieden bis zu unserer eigenen Veranstaltung zu warten.
Flyer "Das Schulkonzept der Stadtschulpflegschaft Lünen" » mehr